Richtig Lüften und Schimmel vermeiden
Richtig lüften: Hygrometer und CO2-Messgeräte helfen dabei

Richtig lüften ist entscheidend für ein gesundes Raumklima, eine gute Luftqualität und den Schutz vor Schimmel. Was viele unterschätzen: In einem Vierpersonenhaushalt können durch Atmen, Schwitzen, Duschen, Kochen und Wäschetrocknen täglich bis zu zwölf Liter Wasser an die Raumluft abgegeben werden.
Allein während des Schlafens gibt ein Mensch bis zu etwa einem halben Liter Feuchtigkeit ab. Wird diese Feuchtigkeit nicht ausreichend nach draußen transportiert, steigt die relative Luftfeuchtigkeit. Besonders an kalten Außenwänden, in Raumecken oder hinter Möbeln kann dadurch Schimmel entstehen.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit kann nicht nur die Bausubstanz schädigen, sondern auch die Vermehrung von Hausstaubmilben begünstigen. Schimmel in Innenräumen kann unter anderem allergische Reaktionen und Atemwegsbeschwerden auslösen.
Doch auch verbrauchte Raumluft ist problematisch: Steigt die CO2-Konzentration, kann dies ein Hinweis auf unzureichenden Luftaustausch sein. Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme können mit schlechter Raumluftqualität einhergehen.
Richtiges Lüften bedeutet deshalb, sowohl die Luftfeuchtigkeit als auch die Luftqualität im Blick zu behalten. Ein Thermo-Hygrometer und ein CO2-Messgerät können dabei helfen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie richtig lüften, welche Luftfeuchtigkeit empfehlenswert ist und wie Sie Schimmelbildung vorbeugen können.
Richtig lüften – so geht’s!
Schimmel vermeiden durch regelmäßiges Lüften
Wer Schimmel vermeiden möchte, sollte seine Wohnräume regelmäßig und bedarfsgerecht lüften. Besonders in der Heizperiode ist das sogenannte Stoßlüften empfehlenswert.
Dabei werden die Fenster für einige Minuten vollständig geöffnet. Noch effektiver ist das Querlüften, bei dem gegenüberliegende Fenster gleichzeitig geöffnet werden und ein kräftiger Luftaustausch entsteht.
Wie lange die Fenster geöffnet bleiben sollten, hängt unter anderem von der Außentemperatur, dem Wind und der Raumgröße ab.
Als Orientierung gelten folgende Lüftungszeiten:
- Winter: etwa 3 bis 10 Minuten
- Frühling und Herbst: etwa 10 bis 20 Minuten
- Sommer: etwa 20 bis 30 Minuten, vorzugsweise in den kühleren Tagesstunden
Die Angaben sind Richtwerte. Bei starkem Wind kann der Luftaustausch schneller erfolgen, während bei Windstille mehr Zeit notwendig sein kann.
In häufig genutzten Wohnräumen sind drei- bis viermal tägliches Lüften ein sinnvoller Ausgangspunkt. Entscheidend sind jedoch die tatsächliche Raumnutzung, die Luftfeuchtigkeit und die Luftqualität. Wer sich den ganzen Tag zu Hause aufhält, muss möglicherweise häufiger lüften.
Besonders wichtig ist das Lüften:
- morgens nach dem Aufstehen, insbesondere im Schlafzimmer,
- unmittelbar nach dem Duschen oder Baden,
- während und nach dem Kochen,
- nach dem Wischen und anderen feuchtigkeitsintensiven Hausarbeiten,
- beim Trocknen von Wäsche in der Wohnung,
- wenn mehrere Personen längere Zeit in einem Raum verbringen.
Dauerhaft gekippte Fenster sind während der Heizperiode meist keine gute Lösung. Sie verursachen häufig unnötige Wärmeverluste und können angrenzende Wandbereiche auskühlen lassen. Dadurch kann das Schimmelrisiko steigen.
Während des Stoßlüftens sollten die Heizkörperthermostate heruntergedreht werden. Anschließend werden die Fenster geschlossen und die Räume wieder ausreichend beheizt.
Warum ist das Stoßlüften so effektiv?
Beim Stoßlüften wird feuchte, verbrauchte Innenraumluft gegen Außenluft ausgetauscht. Im Winter enthält kalte Außenluft meist deutlich weniger Wasserdampf als die warme Raumluft – selbst dann, wenn draußen eine hohe relative Luftfeuchtigkeit angezeigt wird.
Ein Beispiel: Außenluft mit 0 Grad Celsius und 90 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit enthält wesentlich weniger Wasserdampf als Raumluft mit 20 Grad Celsius und 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit.
Wird diese kalte Außenluft im Zimmer erwärmt, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit. Dadurch kann sie Feuchtigkeit aus dem Raum aufnehmen, die beim nächsten Lüften nach draußen gelangt.
Stoßlüften hilft somit, überschüssige Feuchtigkeit, CO2, Gerüche und bestimmte Luftschadstoffe aus dem Innenraum zu entfernen.
Wichtig ist allerdings: Richtiges Lüften verringert das Schimmelrisiko, bietet aber keinen vollständigen Schutz. Bei Wärmebrücken, Wasserschäden oder eindringender Feuchtigkeit können zusätzliche bauliche Maßnahmen erforderlich sein.
Richtig lüften im Sommer: Vorsicht bei hoher Außenluftfeuchtigkeit
Während im Winter das Lüften zur Entfeuchtung meist gut funktioniert, ist die Situation im Sommer komplizierter.
Warme Sommerluft kann viel Wasserdampf enthalten. Gelangt diese Luft in einen kühlen Keller oder einen wenig beheizten Raum, steigt beim Abkühlen ihre relative Luftfeuchtigkeit. An kalten Wandoberflächen kann sich dann Feuchtigkeit sammeln.
Deshalb gilt:
Im Sommer sollten kühle Räume möglichst dann zur Entfeuchtung gelüftet werden, wenn die absolute Luftfeuchtigkeit draußen niedriger ist als drinnen.
Häufig sind die frühen Morgenstunden oder die späten Abendstunden günstig. An schwülwarmen Tagen kann die Außenluft jedoch selbst nachts noch sehr feucht sein.
Besonders in Kellern und Souterrainwohnungen ist deshalb Vorsicht geboten. Ein Hygrometer mit Temperaturanzeige beziehungsweise ein Messgerät für die absolute Luftfeuchtigkeit kann bei der Entscheidung helfen.
Dabei ist wichtig: Die relative Luftfeuchtigkeit allein reicht für einen sicheren Vergleich zwischen Innen- und Außenluft nicht aus. Auch die Temperatur muss berücksichtigt werden.
Der Luft genügend Freiraum zur Zirkulation lassen
Richtig lüften ist nicht nur eine Frage der geöffneten Fenster. Auch die Einrichtung der Wohnung beeinflusst, ob sich Feuchtigkeit an Wänden ansammelt.
Besonders hinter großen Möbelstücken kann die Luftzirkulation eingeschränkt sein. Stehen Sofas, Schränke oder Kommoden direkt an einer kalten Außenwand, kann die Wandoberfläche stärker auskühlen.
Die relative Luftfeuchtigkeit unmittelbar an dieser Oberfläche kann dann deutlich höher sein als in der übrigen Raumluft.
Deshalb sollten Sie folgende Hinweise beachten:
- Größere Möbel möglichst nicht direkt vor schlecht gedämmte Außenwände stellen.
- Wenn sich die Aufstellung nicht vermeiden lässt, möglichst mindestens 5 bis 10 Zentimeter Abstand zur Wand einhalten.
- Heizkörper nicht durch große Möbel oder schwere Vorhänge verdecken.
- Kalte Raumecken und Bereiche hinter Schränken regelmäßig auf Feuchtigkeit kontrollieren.
- Bei bekannten Schimmelproblemen auch größere Bilder und Wandverkleidungen an Außenwänden überprüfen.
Besonders im Schlafzimmer kann ein großer Kleiderschrank an einer schlecht gedämmten Außenwand problematisch sein.
Ausreichende Luftzirkulation und warme Wandoberflächen sind wichtige Voraussetzungen, um Schimmel zu vermeiden.
Feuchte Wäsche möglichst nicht in Wohnräumen trocknen
Beim Trocknen von Wäsche verdunstet eine erhebliche Menge Wasser. Je nach Wäschemenge und Restfeuchtigkeit können dadurch mehrere Liter Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben werden.
Nach Möglichkeit sollte Wäsche deshalb im Freien, in einem geeigneten Trockenraum oder mit einem effizienten Wäschetrockner getrocknet werden.
Ist das Trocknen innerhalb der Wohnung unvermeidbar, empfiehlt sich ein gut beheizbarer Raum, der ausreichend gelüftet werden kann.
Die Tür zu kühleren Nachbarräumen sollte möglichst geschlossen bleiben, damit sich die Feuchtigkeit nicht in der gesamten Wohnung verteilt.
Ein Hygrometer hilft dabei, die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren und rechtzeitig zu lüften.
Lüftungsinstallationen in Küche und Bad
In Küche und Bad entstehen besonders häufig hohe Feuchtigkeitsbelastungen. Beim Duschen, Baden und Kochen gelangt innerhalb kurzer Zeit viel Wasserdampf in die Raumluft.
Deshalb sollte die feuchte Luft möglichst direkt nach draußen abgeführt werden.
In der Küche ist eine Dunstabzugshaube mit Abluftbetrieb hilfreich. Wichtig: Eine Umlufthaube mit Fett- und Aktivkohlefiltern entfernt zwar Fettpartikel und einen Teil der Gerüche, transportiert jedoch normalerweise keine Feuchtigkeit nach draußen.
Im Badezimmer sollten nach dem Duschen oder Baden die Fenster weit geöffnet werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, Wasser von Fliesen, Duschwänden und anderen nassen Oberflächen abzuziehen.
In innenliegenden Badezimmern ohne Fenster ist eine geeignete mechanische Lüftung besonders wichtig. Welche Anforderungen gelten, hängt unter anderem von der Bauweise und den einschlägigen baurechtlichen Vorgaben ab.
Ein Badlüfter mit Feuchtigkeitssensor kann die Lüftung bedarfsgerecht steuern und so helfen, erhöhte Luftfeuchtigkeit schneller abzubauen.
Lüften nach der Hausarbeit
Auch bei alltäglichen Hausarbeiten verändert sich das Raumklima. Vor allem beim Kochen, Wischen, Bügeln mit Dampf und beim Öffnen eines heißen Geschirrspülers kann zusätzliche Feuchtigkeit freigesetzt werden.
Nach solchen Tätigkeiten empfiehlt es sich, die entstandene Feuchtigkeit durch Stoßlüften nach draußen zu transportieren.
Beim Staubsaugen steht dagegen weniger die Feuchtigkeit als die mögliche Aufwirbelung von Staub und Allergenen im Vordergrund. Ein Staubsauger mit geeignetem Filter und ein regelmäßiger Luftaustausch können die Belastung durch Partikel verringern.
Richtig heizen gehört zum richtigen Lüften
Ein häufiger Fehler besteht darin, Räume während der Heizperiode stark auskühlen zu lassen, um Heizkosten zu sparen.
Das kann problematisch sein, weil an kalten Wandoberflächen die relative Luftfeuchtigkeit steigt. Besonders bei schlecht gedämmten Gebäuden erhöht sich dadurch das Risiko von Schimmelbildung.
Die Verbraucherzentralen empfehlen, bewohnte Wohn- und Schlafräume während der Heizperiode in der Regel nicht unter etwa 16 Grad Celsius auskühlen zu lassen. Für genutzte Wohnräume sind abhängig vom Wärmebedürfnis häufig etwa 18 bis 22 Grad Celsius angemessen.
Achten Sie außerdem darauf, dass warme und feuchte Luft aus beheizten Räumen nicht unkontrolliert in deutlich kühlere Zimmer gelangt.
Heizen und Lüften sollten immer gemeinsam betrachtet werden.
Der Einsatz eines Hygrometers
Wann sollte man lüften? Diese Frage lässt sich nicht immer durch das persönliche Empfinden beantworten. Häufig bemerken Bewohner erst dann ein Feuchtigkeitsproblem, wenn bereits Kondenswasser am Fenster oder Schimmel an der Wand sichtbar wird.
Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchtigkeit und hilft, die Raumbedingungen besser einzuschätzen.
Besonders praktisch ist ein Thermo-Hygrometer, das neben der Luftfeuchtigkeit auch die Raumtemperatur anzeigt.
Welche Luftfeuchtigkeit ist optimal?
Für viele Wohnräume gilt eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent als empfehlenswerter Orientierungsbereich.
Allerdings hängt das Schimmelrisiko auch von der Raumtemperatur, der Wärmedämmung und der Temperatur der Wandoberflächen ab.
- Unter 30 Prozent: Die Raumluft ist sehr trocken. Das kann die Schleimhäute reizen.
- 40 bis 60 Prozent: Häufig ein günstiger Bereich für das Raumklima.
- Über 60 Prozent: Bei länger anhaltenden Werten steigt das Risiko für Schimmel, insbesondere an kalten Oberflächen.
- Über 70 Prozent: Dauerhaft hohe Werte sollten ernst genommen und ihre Ursachen untersucht werden.
In älteren oder schlecht gedämmten Gebäuden kann es bereits sinnvoll sein, die relative Luftfeuchtigkeit im Winter unter 50 Prozent zu halten.
Wichtig: Ein Hygrometer misst die Luftfeuchtigkeit am jeweiligen Standort. Direkt an einer kalten Außenwand kann die relative Luftfeuchtigkeit wesentlich höher sein als in der Raummitte.
Schimmelwachstum kann an Oberflächen bereits bei etwa 70 bis 80 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit begünstigt werden, auch wenn noch kein sichtbares Kondenswasser vorhanden ist.
Wo sollte ein Hygrometer stehen?
Damit das Messgerät möglichst aussagekräftige Werte liefert, sollte es an einem geeigneten Platz aufgestellt werden.
Vermeiden Sie die unmittelbare Nähe von Heizkörpern, geöffneten Fenstern, direkter Sonneneinstrahlung und anderen Wärme- oder Feuchtigkeitsquellen.
Sinnvoll ist eine Position im regelmäßig genutzten Aufenthaltsbereich. Bei problematischen Außenwänden kann eine zusätzliche Messung in Wandnähe hilfreich sein.
Beachten Sie auch die Messgenauigkeit: Einfache Hygrometer können mehrere Prozentpunkte vom tatsächlichen Wert abweichen. Daher sollten insbesondere Veränderungen über längere Zeit beobachtet werden.
Der Einsatz eines CO2-Messgerätes
Während das Hygrometer die Luftfeuchtigkeit erfasst, misst ein CO2-Messgerät die Kohlendioxidkonzentration in der Raumluft.
Kohlendioxid entsteht unter anderem beim Atmen. Halten sich mehrere Personen längere Zeit in einem geschlossenen Raum auf, steigt die CO2-Konzentration bei unzureichender Lüftung an.
Damit ist CO2 ein wichtiger Indikator für den Luftaustausch in belegten Innenräumen.
Besonders in Schlafzimmern, Büros, Besprechungsräumen und Klassenzimmern kann ein CO2-Messgerät dabei helfen, geeignete Lüftungszeitpunkte zu erkennen.
Welche CO2-Werte sind empfehlenswert?
Das Umweltbundesamt verwendet zur hygienischen Bewertung der Innenraumluft folgende Orientierungswerte:
- Unter 1.000 ppm: hygienisch unbedenklich.
- 1.000 bis 2.000 ppm: hygienisch auffällig. Die Lüftung sollte verbessert werden.
- Über 2.000 ppm: hygienisch inakzeptabel. Es besteht deutlicher Handlungsbedarf hinsichtlich des Luftaustauschs.
Die Einheit ppm bedeutet „parts per million“, also Anteile pro Million.
Ein CO2-Messgerät mit Ampelanzeige kann die Werte besonders anschaulich darstellen. So lässt sich schnell erkennen, wann frische Außenluft benötigt wird.
Für verlässliche Messungen sollten Sie möglichst ein Gerät mit echtem CO2-Sensor, beispielsweise einem NDIR-Sensor, wählen. Manche günstigen Geräte zeigen lediglich aus anderen Luftmesswerten geschätzte CO2-Werte an, die als eCO2 bezeichnet werden.
Wichtig: Ein CO2-Messgerät ersetzt kein Hygrometer. Niedrige CO2-Werte bedeuten nicht automatisch, dass die Luftfeuchtigkeit unproblematisch ist.
Außerdem erfasst ein CO2-Messgerät nicht automatisch andere Luftschadstoffe, Feinstaub oder Krankheitserreger. Es ist daher kein vollständiger Luftqualitätsmesser.
CO2 (Kohlendioxid) darf zudem nicht mit CO (Kohlenmonoxid) verwechselt werden. Kohlenmonoxid ist ein gefährliches giftiges Gas, für dessen Erkennung spezielle CO-Warnmelder benötigt werden.
Die Kombination aus Hygrometer und CO2-Messgerät ermöglicht eine deutlich umfassendere Einschätzung des Raumklimas als eines der beiden Geräte allein.
Schimmel vermeiden durch die richtige Wärmedämmung
Neben richtigem Lüften und Heizen spielt auch die Wärmedämmung eines Gebäudes eine wichtige Rolle bei der Schimmelprävention.
Eine fachgerecht ausgeführte Außendämmung kann dafür sorgen, dass die Innenseiten der Außenwände wärmer bleiben.
Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Raumluft an kalten Wandoberflächen stark abkühlt und dort eine für Schimmel günstige hohe relative Luftfeuchtigkeit entsteht.
Allerdings ist eine Wärmedämmung keine Garantie dafür, dass kein Schimmel mehr auftritt.
Wärmebrücken, fehlerhafte Bauanschlüsse, undichte Dächer, beschädigte Rohrleitungen oder eindringende Feuchtigkeit können weiterhin Probleme verursachen.
Auch nach einer energetischen Sanierung muss für ausreichenden Luftaustausch gesorgt werden. Neue, besonders dichte Fenster können beispielsweise den bisherigen unkontrollierten Luftwechsel reduzieren.
Bei umfassenden Sanierungen kann deshalb ein fachgerechtes Lüftungskonzept sinnvoll oder erforderlich sein.
Feuchte Luft begünstigt Hausstaubmilben
Eine dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit kann nicht nur Schimmelbildung fördern, sondern auch günstige Lebensbedingungen für Hausstaubmilben schaffen.
Hausstaubmilben kommen in vielen Wohnungen vor und ernähren sich unter anderem von menschlichen Hautschuppen. Besonders in Matratzen, Bettwaren, Polstermöbeln und textilen Bodenbelägen finden sie geeignete Lebensbedingungen.
Bei einer Hausstaubmilbenallergie reagieren Betroffene auf bestimmte Bestandteile der Milben und ihrer Ausscheidungen. Mögliche Folgen sind unter anderem allergischer Schnupfen, Augenbeschwerden und Asthmasymptome.
Um die Belastung zu reduzieren, können folgende Maßnahmen helfen:
- Die relative Luftfeuchtigkeit möglichst im empfohlenen Bereich halten.
- Das Schlafzimmer regelmäßig lüften, besonders morgens.
- Bettwäsche regelmäßig waschen, bei geeigneten Textilien möglichst bei 60 Grad Celsius.
- Bei nachgewiesener Hausstaubmilbenallergie geeignete milbendichte Schutzbezüge (Encasings) verwenden.
- Staub möglichst feucht entfernen und einen Staubsauger mit wirksamer Partikelfiltration einsetzen.
Ein Hygrometer hilft dabei, die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer zu überwachen.
Regelmäßiges Staubsaugen kann die Allergenbelastung verringern, beseitigt Hausstaubmilben aber nicht vollständig.
Mehr darüber, wie Sie Hausstaubmilben reduzieren können, erfahren Sie in unserem Interview.
Zum Interview „Hausstaubmilben vermeiden“
Was kann man noch tun?
Richtiges Lüften, angemessenes Heizen und das regelmäßige Kontrollieren der Luftfeuchtigkeit sind wichtige Maßnahmen, um Schimmel vorzubeugen.
In manchen Wohnungen reichen diese Maßnahmen allerdings nicht aus. Das gilt beispielsweise für sehr feuchte Keller, Räume mit ungünstiger Bausubstanz oder Wohnungen mit dauerhaft erhöhter Luftfeuchtigkeit.
Dann können zusätzliche Geräte sinnvoll sein.
Luftentfeuchter bei dauerhaft erhöhter Luftfeuchtigkeit
Ein Luftentfeuchter kann überschüssige Feuchtigkeit gezielt aus der Raumluft entfernen.
Elektrische Kondensationsentfeuchter eignen sich vor allem für ausreichend warme Räume. Bei niedrigen Temperaturen können andere Entfeuchtungstechniken geeigneter sein.
Bei der Auswahl sollten neben der Entfeuchtungsleistung auch der Stromverbrauch, die Raumtemperatur und die Raumgröße berücksichtigt werden.
Ein Luftentfeuchter sollte jedoch nicht dazu dienen, dauerhaft ungelöste Feuchtigkeitsprobleme zu verdecken. Bei Wasserschäden oder baulichen Mängeln muss immer die eigentliche Ursache beseitigt werden.
Können Luftreiniger Schimmelsporen entfernen?
Ein Luftreiniger mit geeignetem HEPA-Filter kann einen Teil der luftgetragenen Partikel und Schimmelsporen aus der Raumluft entfernen.
Auch bestimmte Luftwäscher können Partikel aus der Luft reduzieren. Ihre Wirksamkeit hängt jedoch stark von der jeweiligen Technik ab und ist nicht grundsätzlich mit der Leistung eines geeigneten HEPA-Filters gleichzusetzen.
Wichtig: Weder Luftreiniger noch Luftwäscher beseitigen die Ursache eines Schimmelbefalls.
Sichtbarer Schimmel an Wänden, Möbeln oder anderen Oberflächen muss fachgerecht entfernt werden. Gleichzeitig ist die Feuchtigkeitsursache zu beheben.
Bei größeren, wiederkehrenden oder unklaren Schimmelschäden sollte eine fachkundige Untersuchung erfolgen.
Badlüfter mit Feuchtigkeitssensor
Ein besonders praktisches Hilfsmittel für fensterlose oder schlecht belüftete Badezimmer ist ein Badlüfter mit Feuchtigkeitssensor.
Solche Geräte können sich bei erhöhter Luftfeuchtigkeit automatisch einschalten und nach ausreichender Entfeuchtung wieder abschalten.
Voraussetzung für eine wirksame Lüftung ist allerdings, dass die feuchte Luft tatsächlich nach draußen abgeführt wird und ausreichend Zuluft nachströmen kann.
Fazit: Mit Hygrometer und CO2-Messgerät richtig lüften
Richtiges Lüften verbessert die Raumluftqualität, hilft beim Abtransport überschüssiger Feuchtigkeit und kann das Risiko für Schimmelbildung verringern.
Dabei kommt es nicht allein darauf an, wie oft die Fenster geöffnet werden. Auch Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Raumtemperatur, Gebäudedämmung und die Anzahl der anwesenden Personen spielen eine Rolle.
Ein Hygrometer zeigt an, wie feucht die Raumluft ist. Ein CO2-Messgerät liefert zusätzliche Hinweise darauf, ob der Luftaustausch in einem genutzten Raum ausreicht.
Wer beide Messwerte im Blick behält und sein Lüftungsverhalten daran anpasst, kann das Raumklima gezielter regulieren.
Die wichtigste Regel lautet: regelmäßig, bedarfsgerecht und möglichst kurz und kräftig lüften – und gleichzeitig auf ausreichend warme, trockene Wandoberflächen achten.
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